Landesjagdverband Bayern

Kreisgruppe
Bad Kötzting

Viele Herausforderungen für die Jäger

Bad Kötzting. (ad) Eine beachtliche Leistungsbilanz für das Jahr 2024 haben die Jäger der Kreisgruppe Bad Kötzting am Freitagabend bei ihrer Jahreshauptversammlung im Lindner-Bräu-Saal vorgelegt. „Roland Heigl ist einer der fleißigsten Vorsitzenden der Oberpfalz. Er zeigt einen vorbildlichen Einsatz“, bestätigte der BJV-Bezirksvorsitzende Alexander Flierl in seinem Grußwort, ehe er die großen Herausforderungen ansprach, die das in der Überarbeitung stehende Jagdgesetz bringen wird. 

Vorsitzender Roland Heigl freute sich über den guten Besuch, nachdem die Jagdhornbläser die Veranstaltung eröffnet hatten. „Wir müssen der Jagd ein Gesicht geben in der Gesellschaft“, rief Landtagsabgeordneter Alexander Flierl die Jägerinnen und Jäger auf. Als Anwälte der Natur und des Wildes seien Jäger gefordert, in Abstimmung mit Landwirten und Waldbesitzern das in Überarbeitung stehende Jagdgesetz so zu gestalten, dass es allen dient.

Die geehrten Mitglieder der BJV-Kreisgruppe mit dem Bezirksvorsitzenden Alexander Flierl (2.v.l.), dem Vorsitzenden Roland Heigl (r.) und den neuen Schießobleuten Philipp Schmid (l.) und Thomas Lohberger (3.vl.). Foto: Alois Dachs

 „Die Lebensräume des Wildes verändern sich“, sagte Flierl. Die Freistellung von Revieren von Abschussplänen, wenn die natürliche Waldverjüngung passt, werde ebenso ein Thema sein, wie große Photovoltaikanlagen auf Freiflächen, der Umgang mit großen Beutegreifern wie Wolf und Luchs. Da müssten die Jäger auch andere Meinungen aushalten.

Gemeinschaftsleistung

Die Pflichthegeschau 2024 im Postsaal, das erstmals mit einigen Messeständen aufgewertete Sommerfest der Jäger, die Beteiligung am Kurparkfestival und beim Weihnachtsmarkt hätten die Jägerinnen und Jäger extrem gefordert, aber auch für einen finanziellen Erfolg gesorgt, mit dem notwendige Anschaffungen, wie das für die vier Kreisgruppen bestellte Wildmobil ermöglicht werden, führte Vorsitzender Roland Heigl aus. Er lobte den enormen Einsatz, der von vielen Mitgliedern des über 300 Personen zählenden Vereins erbracht wird, stellte besonders die Jagdhornbläser als „klingende Botschafter“, die Jungjägerausbilder und die Obleute und Hegeringleiter heraus, die Hundelehrgänge, Schießveranstaltungen, Ferienfreizeiten im Revier, die Ausgabe von 100 Wildkalendern an Schulen und Kindergärten und den überaus erfolgreichen Wildkochkurs beim „Veitbauern“ in Hinteröd organisierten. 

Anschaffungen geplant

Für die Veranstaltungen der Kreisgruppe habe Hermann Mühlbauer aus Lohberg 75 Rehe, fünf Stück Rotwild und zwei Stück Damwild verarbeitet und küchenfertig hergerichtet, die von Jägern der Kreisgruppe geliefert worden waren. Damit bleibe die Wertschöpfung bei den Erlegern. Roland Heigl kündigte eine Überarbeitung der Homepage an, außerdem sollte eine mobile Küche angeschafft werden. „Ihr seid eine rührige Truppe – und das liegt nicht nur am Vorstand“, lobte Heigl die Jägerinnen und Jäger. Schatzmeister Heinz Schweiger berichtete von einem stabilen Kassenstand, dankte dem Landkreis für die Kostenübernahme beim Betrieb der Konfiskat-Sammelstellen in Bad Kötzting und Rittsteig und wertete die guten Einnahmen bei Sommerfest, Kurparkfestival, Weihnachtsmarkt und Jungjägerausbildung als wichtige Posten für die Kasse.

Für die Kassenprüfer berichtete Dominik Berzl von einer einwandfreien Arbeit des Schatzmeisters, die von ihm beantragte Entlastung wurde einstimmig erteilt. 20 Jungjägerinnen und Jungjäger wurden in den vergangenen beiden Kursen ausgebildet und bestanden die Jägerprüfung, berichtete Ausbildungsleiter Heinz Schweiger. Aktuell läuft ein weiterer Kurs, der in wenigen Wochen zur Prüfung kommt. 

Am Ende der Jahreshauptversammlung standen Ehrungen. Für 60 Jahre Mitgliedschaft erhielt Xaver Vogl aus Lam Ehrennadel und Urkunde. 50 Jahre ist der langjährige Kassier Helmut Schmid aus Bad Kötzting Mitglied. Die Treuenadel für 40 Jahre erhielten Helmut Mühlbauer aus Hohenwarth und Georg Obermeier aus Eschlkam. Für 25 Mitgliedsjahre wurden Alois Amberger aus Thenhof, Roland Heigl aus Miltach, Wolfgang Koller aus Lam, Siegfried Mühlbauer aus Rimbach, Lothar Rauscher und Franz Wenzl, beide aus Bad Kötzting, ausgezeichnet. Ehrungen für 20 Jahre Ausbilder in Jungjägerkursen gingen an Ehrenvorsitzenden Bruno Ebner, Stefan Graf und Hans Laumer. Josef Nazet wurde für zehnjährige Tätigkeit als Hegeringleiter in Hohenwarth ausgezeichnet. Abschließend lud der Vorsitzende zur Pflichthegeschau am Sonntag, 4. Mai, in den Postsaal ein. Diskutiert wurde schließlich eine Anregung von Sepp Schmid, die Hegeschau auf einen Tag während der Woche zu verlegen, was mit erheblichen organisatorischen Problemen verbunden wäre.

Luchs und Wolf beschäftigen Jäger

Die Zahl der Luchserfassungen steigt wieder“, gab Luchskoordinator Heinrich Moser am Freitag bei der Jahresversammlung der Jäger bekannt. Seit im Lamer Winkel wieder mehr Rehe vorkommen, sei auch der Beutegreifer wieder öfter auf Bildern der Wildkameras zu finden. Ebenso streife vor allem im Gebiet zwischen Seugenhof und dem Osser häufig ein Wolf durch die Reviere und mache Beute.Der Fachmann für Große Beutegreifer wies auch darauf hin, dass der Goldschakal nicht dem Jagdrecht unterliegt, weil der fuchsähnliche Räuber nicht als „Neubürger“ (Neozoe) bewertet werde. „Wir sind auf einem guten Weg“, zeigte sich Moser überzeugt, nachdem sich die Staatsanwaltschaft auch bemühe, die Ergebnisse des Luchsmonitorings und dabei vorgefundene Ungereimtheiten in ihre Ermittlungen einzubeziehen. Die Jägerschaft bestehe auch weiterhin auf ihr Aneignungsrecht, wenn Luchse durch Verkehrsunfälle ums Leben kommen, sagte Moser. 

Auszeichnung der besten Schützen des Hegering-Vergleichsschießen mit dem Vorsitzenden nden Roland Heigl (r.) und Schießobmann Philipp Schmid (2 v.r.). Bester Schütze wurde Alexander Kermer (l.), Sieger in der Mannschaftswertung wurden die Schützen des Hegering Lamer Winkl. Foto: Alois Dachs

Schießobmann Philipp Schmid berichtete vom Hegering-Vergleichsschießen. Sieger wurde die Mannschaft Lamer Winkel, 2. Neukirchen b. Hl. Blut, 3. Zandt, 4. Eschlkam, 5. Zenching, 6. Hohenwarth, 7. Miltach, 8. Mannschaft der Vorstandschaft. Als bester Einzelschütze wurde Alexander Kermer aus Zandt ausgezeichnet. Hermann Mühlbauer berichtete in Vertretung der verhinderten Hundeobfrau Anna Kroner von der Ausbildung und Prüfung für drei Begleithunde, sechs erfolgreichen Teilnehmern am Dressurkurs und jeweils vier Absolventen der Qualifizierten Brauchbarkeitsprüfung in den Modulen A 1 + 2.Bläserobmann Rudi Frisch berichtete von 40 Einsätzen im vergangenen Jahr und bezeichnete die wöchentlichen Proben als sehr wichtig, weil zu verschiedenen Anlässen auch unterschiedliche Jagdmusik eingeübt werden müsse. Elf Frauen und Männer seien aktuell für die Kreisgruppe aktiv und gestalteten neben Hubertusmesse, Geburtstagen, Beisetzungen von Jägern auch Maiandachten mit.  -ad-