Landesjagdverband Bayern

Kreisgruppe
Bad Kötzting

Landkreis-Bläsertreffen der Jäger bereicherte das Sommerfest der Further Jäger

Der Klang der Jagdhörer begleitete am Sonntag bereits den Gottesdienst mit Stadtpfarrer Karl-Heinz Seidl im Stadel des „Koiserbauern“ in Oberrappedorf, wo die Further Jäger ihr Sommerfest veranstalteten. Die Further Jagdhornbläser unter ihrem Hornmeister Heinrich Hausladen gestalteten die Messe musikalisch mit, ehe es beim Landkreis-Bläsertreffen im weitläufigen Hof zum melodiösen „Showdown“ kam, den zahlreiche Zuhörer gespannt verfolgten.

Landrat Franz Löffler würdigte die Jagdmusik als wichtigen kulturellen Beitrag zum Handwerk der Waidleute, die auch den erlegten Tieren mit speziellen Signalen ihre Achtung zeigen. Den Auftakt zum Landkreis-Bläsertreffen machten dann die Bad Kötztinger mit ihrem Hornmeister Rudi Frisch. Ehrenvorsitzender Bruno Ebner wies darauf hin, dass die Gruppe an diesem veranstaltungsreichen Sonntag auf einige Bläser verzichten muss, die anderweitige Verpflichtungen haben. Deshalb könne der Vortrag ausnahmsweise nur dreistimmig gestaltet werden. Die Bad Kötztinger ernteten trotzdem viel Applaus für ihre drei vorgetragenen Stücke, ehe Hubert Ettl als Hornmeister der Jägerkameradschaft Cham mit seiner starken Bläsergruppe einen Eindruck vermittelte, wie vielseitig die Jagdmusik ist. 

Mit dem Signal „Damhirsch tot“, dem „Rodinger Parademarsch“ und einem Ländler zeigten danach die Bläserinnen und Bläser aus Roding unter dem Kommando ihres Hornmeisters Hans Hecht, wie lebendig der Klang der Fürst Pless- und der größeren Parforcehörner gestaltet werden kann. Hornmeister Karl Gröbner präsentierte danach mit der Bläsergruppe Waldmünchen eine Formation, die heuer ihr 60-jähriges Bestehen feiert kann und mit zwölf aktiven Musikfreunden sehr gut besetzt ist. Sie spielten drei Stücke des bekannten Jagdmusik-Komponisten Reinhold Stief. Das Signal „Sau tot“ eröffnete schließlich den Vortrag der Further Bläsergruppe unter Hornmeister Heinrich Hausladen, dem ein Stück aus der Mühlendorfer Messe folgte. Als Vertreter des Gastgeber-Vereins blieb es Heinrich Hausladen vorbehalten, alle Jagdhornbläser aus dem Landkreis gemeinsam bei der Reveille zu dirigieren. 

 

Eine stattliche Schar von Jagdhornbläsern präsentierte sich mit den Vorständen der Kreisgruppen beim Landkreistreffen. Fotos: Dachs
Der Further Hornmeister Heinrich Hausladen dirigierte die Bläser beim gemeinsamen Auftritt beim „Koiserbauern“.
Stadtpfarrer Karl-Heinz Seidl, 2. Bürgermeister Michael Mühlbauer, die Sponsoren und die Vorsitzenden den BJV-Kreisgruppen, Stefan Kolbeck (2.v.l.), Furth im Wald, Stephan Daiminger (Waldmünchen), Florian Reitmeier (2. Vorsitzender Furth im Wald) und Roland Heigl (Bad Kötzting) nach der Segnung des Wildlandmobils. Fotos: Dachs

Nach dem Mittagessen stand die Segnung des für rund 40 000 Euro von den fünf im BJV organisierten Jägervereinigungen angeschafften Wildlandmobils auf dem Programm. Landrat Franz Löffler bezeichnete in seinem Grußwort den „Lernort Natur“ auf Rädern als eine exzellente Chance, Kindern die Natur in unserer Heimat wieder näherzubringen und ihnen das Zusammenwirken von Menschen und Natur verständlich zu machen.

Der Vorsitzende der BJV-Kreisgruppe Waldmünchen, Stephan Daiminger, hatte die zunehmende Entfremdung von Kindern und Erwachsenen von Tieren und  Vorgängen in der Natur zum Anlass genommen, mit seinen Kollegen von den Kreisgruppen Bad Kötzting, Cham, Furth im Wald  und Roding zu beraten, wie dieses Defizit ausgeglichen werden könnte. Der Bau eines großen Anhängers, der mit zahlreichen präparierten Tieren bestückt ist und auch Lebensräume dieser Tierarten aufzeigt, wurde schließlich nach umfangreichen Vorbereitungen in Angriff genommen. Der „Lernort Natur“ auf Rädern kann bei den jeweiligen Kreisgruppenvorsitzenden für einen Einsatz angefordert werden und wird von ehrenamtlich tätigen Jägern betreut, erklärte Stephan Daiminger, nachdem Stadtpfarrer Karl-Heinz Seidl das Gefährt gesegnet hatte.

Pfarrer Seidl sah bei der Segnung den enormen Nutzen dieses mobilen Lernorts bei der Vermittlung von Eindrücken über die Natur, die Gott in einer besonderen Vielfalt und Farbenpracht geschaffen habe. Der Einsatz des Wildlandmobils sei deshalb auch ein Dienst an der Schöpfung. „Das ist super!“, lobte der Landrat die Initiative der Jäger, denn dadurch könnten viele Menschen erleben, welche Tiere bei uns vorkommen und  welchen Lebensraum sie nutzen.  Dadurch solle auch das Verständnis für den Umgang mit Tieren wachsen, die zeitweise für Probleme im Landkreis sorgen, beispielsweise Biber, Fischotter oder Kormoran, wünschte sich Franz Löffler.