Jäger als Hüter der Natur
Die Förderung einer nachhaltigen Jagd stand im Mittelpunkt der Hubertusmesse der BJV-Kreisgruppe Bad Kötzting in der Schlosskirche St. Michael in Altrandsberg
Bad Kötzting/Altransberg. Die Hubertusfeier der BJV-Kreisgruppe Bad Kötzting bot auch heuer wieder einen gelungenen Rahmen für den Austausch und die Reflexion über die Rolle des Menschen sowohl in der Natur und der Bewahrung der Schöpfung als auch im generellen Miteinander. Inmitten einer herrlichen Kulisse in der Schlosskirche St. Michael in Altrandsberg erlebten Jägerinnen und Jäger sowie viele Gläubige einen besonders stimmungsvollen Abend, der im Zeichen von Tradition, Brauchtum und gelebter Verantwortung für Wald und Wild stand. „Jagd ist Hege und Pflege des Wildes, Jagd ist Natur erleben und Jagd ist für uns Leidenschaft, aber auch Verantwortung gegenüber dem Wild, der uns anvertrauten Tierwelt, die ein Teil der göttlichen Schöpfung ist“, konstatierte der 1. Vorsitzende der Kreisgruppe, Roland Heigl, in seiner Rede vor dem Gottesdienst. Zu Ehren des heiligen Hubertus zelebrierte dann Pfarrer Joseph Santhappan eine stimmungsvolle Messe. Nachdem im Mittelpunkt der Hubertusrede von Roland Heigl der Appell stand, stets den Fokus im Auge zu behalten und die Schöpfung als kostbarstes Gut zu bewahren, verzichtete Pfarrer Santhappan auf eine Predigt mit dem Hinweis: „Das wäre auch meine zentrale Bitte gewesen!“
Ergreifende Atmosphäre
Einen besonderen festlichen Rahmen gaben die Parforcehorn-Bläser der Kreisgruppe der Messe. Sie hießen auch die Jägerinnen und Jäger sowie viele Gläubige vor der im Fackelschein erleuchteten Schlosskirche St. Michael musikalisch willkommen. Bei der Hubertusmesse sorgte des ES-Parforcehorn-Ensemble dann mit seinen jagdlichen Klängen für eine ergreifende Atmosphäre. Bei der Hubertusrede widmete der BJV-Kreisgruppen-Vorsitzende Roland Heigl seine Worte der wichtigen Jagd-Ethik und appellierte an alle dem Waidwerk verbundenen Jägerinnen und Jäger: „Lasst uns weiterhin für eine verantwortungsvolle Jagd eintreten und die Traditionen, die uns verbinden, lebendig erhalten!“
Brennende Fackeln vor der Schlosskirche, Laub-, Tannen- und Fichtenzweige, die die Kirche schmückten und das Geweih des Rothirsches samt Kreuz vor dem Altar machten am Samstagabend in Altrandsberg die Verehrung des Heiligen Hubertus als Schutzpatron der Jagd deutlich. Bevor Roland Heigl auf die Legende des Heiligen Hubertus näher einging, bedankte er sich bei dem Hegering Zandt unter der Leitung von Alexander Kermer für die Ausrichtung dieser Hubertusfeier.
Nach der Überlieferung sei Hubertus als junger Edelmann ein leidenschaftlicher und ausschweifender Jäger gewesen, der die Erlegung des Wildes als Selbstzweck gesehen habe. „Nichts konnte ihn aufhalten, seiner Leidenschaft hemmungslos nachzugehen“, betonte Heigl. Die Begegnung mit einem Hirsch, der ein leuchtendes Kreuz zwischen den Geweihstangen trug, habe ihn bekehrt und brachte ihm die Erkenntnis: „Die Jagd ist ein Dienst an der Natur mit weitreichender Verantwortung!“ Die Schlussfolgerung sei klar gewesen: Wild müsse gehegt, gepflegt und bewahrt werden!
Jagd ist Verantwortung
Vor diesem Hintergrund stellte Roland Heigl die Frage, warum Jägerinnen und Jäger den Heiligen Hubertus als Schutzpatron ehren, habe er doch der Jagd abgeschworen. Wie weiter aus der Legende hervorgeht, habe sich Hubertus nicht gegen die Jagd, sondern gegen die zügellose Ausnutzung der Natur gewandt und eingesehen, dass Jagd mehr ist als nur die Erlegung des Wildes.
Primäres Ziel der Jagd sei es, die Tier- und Pflanzenwelt zu schützen und zu ehren. Das gelte aber nicht nur für Jägerinnen und Jäger, sondern für alle Naturnützer. „Der Wald muss nicht 24 Stunden, sieben Tage die Woche geöffnet sein!“ Der Genuss der Natur, die auch Wildlebensraum ist, müsse dort Grenzen haben, wo es dem Wild schadet, wo er dem Tier keinen Raum mehr lasse. Hubertus, der Schutzpatron der Jäger und aller Tiere im Wald, ist nach den Worten von Roland Heigl ein Vorbild für den Schutz der gesamten Flora und Fauna. Leider hätten immer mehr Tiere diesen Schutz dringend nötig. Der Kreisgruppen-Vorsitzende erinnerte an große Artenvielfalt vor gar nicht langer Zeit. Unzählige Rebhuhnketten gehörten
ebenso dazu wie Fasan und gesunde Besätze beim Feldhasen; auch das Birkwild sei in der Region heimisch gewesen. Heute hingegen würden die großen Beutegreifer wie Luchs und Wolf sowie invasive Arten Jägerinnen und Jäger vor neue Herausforderungen stellen.
Biotope erhalten und schaffen
„Und wir stellen uns diesen Aufgaben!“ Jägerinnen und Jäger würden durch die Regulierung von Neozoen wieder ein natürliches Gleichgewicht herstellen und ehrenamtlich mit zum Teil erheblichem finanziellem Aufwand neue Lebensräume schaffen. Der Hegering Zandt und die „blühende Gemeinde Zandt“ seien hier ein Leuchtturm und würden seit vielen Jahren mit gutem Beispiel vorangehen. Gemeinde, Landwirte und Jägerinnen sowie Jäger würden wertvolle Biotope erhalten oder neu schaffen. „Ich hoffe, dass wir alle mit einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt für diesen großartigen Einsatz belohnt werden!“
Der Hubertustag sollte als Gelegenheit genutzt werden, das eine oder andere Verhalten in der Natur zu hinterfragen und aufzeigen, dass Jagd ein wichtiger Bestandteil des Naturschutzes und der Wildtierbewirtschaftung sei. „Wir setzen uns für einen nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen ein und fördern den Erhalt der Vielfalt“, fügte Roland Heigl abschließend hinzu.
