Landesjagdverband Bayern

Kreisgruppe
Bad Kötzting

Vom Horrido zum Waidmannsheil

Neun Jungjäger wurden bei der Hubertusfeier der BJV-Kreisgruppe Bad Kötzting in die Reihen der „Alten Jägerschaft“ aufgenommen.

Bad Kötzting/Altrandsberg.  Nach erfolgreicher Prüfung werden seit Samstagabend neun junge Jagdschein-Inhaberinnen und -Inhaber der BJV-Kreisgruppe Bad Kötzting von den Kollegen des Waidwerks erstmals und offiziell nicht mehr mit „Horrido“, sondern mit „Waidmannsheil“ begrüßt!  Im Rahmen der Hubertusfeier in der Schlossgaststätte Laumer in Altrandsberg wurden die Jungjäger mit dem Jägerschlag in die Reihen der „Alten Jägerschaft“ aufgenommen. 

Vor mehr als 100 Festgästen hieß die Parforcehorn-Gruppe die Jungjäger mit „Heil Euch, Männer der grünen Tracht“ willkommen.  Vorsitzender Roland Heigl ging in seiner Begrüßung kurz auf die Bedeutung von Brauchtum und Tradition im Waidwerk näher ein. Sie würden das Fundament für Waidgerechtigkeit und Fürsorge für alle wild lebenden Tiere schaffen.   Bei der feierlichen Zeremonie wurde deutlich, dass der Jägerschlag den Respekt vor der Schöpfung und das Verantwortungsbewusstsein für Natur und Tierwelt zum Ausdruck bringen soll. Jägerinnen und Jäger seien aufgerufen, für die heimischen Wildtiere einzustehen und die Tierwelt in ihrer Vielfalt zu bewahren.

Anton Späth schlug mit dem Hirschfänger den Jungjägern dreimal auf die linke Schulter. Hier im Bild Patrick Karl. Foto: Wolfgang Baumgartner

Der Jägerschlag gehört eigentlich zu den jüngeren jagdlichen Bräuchen. Deshalb ist es wichtig, dass Jägerinnen und Jäger auch im Hightech-Zeitalter die ethischen Grundsätze, die sich in den Bräuchen der Jagd widerspiegeln, kennen und praktizieren. Ebenso wie Ausbildungsleiter Heinz Schweiger gratulierte auch der Kreisgruppenvorsitzende den Jungjägern zum bestandenen „Grünen Abitur“ und appellierte zugleich an die Verpflichtung, sich ständig weiterzubilden und das erlangte Wissen in der jagdlichen Praxis anzuwenden. Dazu gehörte auch ein Waidmannspruch, den Hegeringleiter Alexander Kermer den Jungjägern mit auf ihrem künftigen Weg im Waidwerk mitgab. In der Folge gaben die jungen Jagdscheininhaber ihr Gelöbnis ab und versprachen habe unter anderem: „Ich will als Jäger vor allem Heger und Pfleger sein, die Vorbilder überlieferter Jägertreue zur Richtschnur meines waidmännischen Lebens machen!“ Anton Späth, der stellvertretende Vorsitzende der BJV-Kreisgruppe schlug den Jungjägern dann dreimal mit dem Hirschfänger sanft auf die Schulter mit den Worten: „Der erste Schlag soll dich zum Jäger weihen, der zweite Schlag die Waidgerechtigkeit verleihen und der dritte Schlag sei ein Gebot, was Du nicht kennst, das schieß nicht tot!“ Mit Handschlag wurden dann die jungen Jäger in die Reihen der Alten Jäger aufgenommen und zum ersten Mal mit „Waidmannsheil“ begrüßt. Zum Schluss überreichte Ausbildungsleiter Heinz Schweiger noch den Jägerbrief und wünschte dem jungen Waidwerker-Nachwuchs viele spannende Momente bei der Ausübung des traditionsreichen Handwerks. 

Folgende Jungjäger erhielten nach dem Jägerschlag den Jägerbrief: 

Benjamin Hierl, Rimbach; Patrick Karl, Arnschwang; Franz Pfeffer, Arrach/Ottmannszell; Ludwig Prechtl, Neukirchen b. Hl. Blut; Stefanie Rouge, Bad Kötzting; Sabrina Krolikowski, Grafenwiesen; Theresa Müller, Bad Kötzting; Janik Wernemoser, Hohenwart und Stefanie Dachauer (Haibach), die an dem Abend verhindert war.  

Acht der neun Jungjäger erhielten nach dem Jägerschlag den Jägerbrief überreicht. Links im Bild BJV-Kreisgruppenvorsitzender Roland Heigl, Hegeringleiter Alexander Kermer (4. v. r.), Ausbildungsleiter Heinz Schweiger und der stellvertretende Kreisgruppenvorsitzende Anton Späth (v.r.).