„Stille Helden“ führen Jagdverband zum Erfolg
Die hervorragende Zusammenarbeit in der BJV-Kreisgruppe Bad Kötzting macht Hoffnung für das neue Jagdjahr
BAD KÖTZTING (ad). Es sind viele „stille Helden“, die das ganze Jahr über bei Veranstaltungen den gesellschaftlichen Erfolg und die wirtschaftliche Basis der BJV-Kreisgruppe Bad Kötzting sichern, sagte Vorsitzender Roland Heigl in seinem Jahresbericht. Die Berichte der Funktionsträger kommentierten BJV-Vizepräsident Eberhard von Gemmingen-Hornberg und Bezirksvorsitzender Alexander Flierl mit großem Lob.
Die Parforcehorn-Bläser unter Leitung von Hornmeister Rudi Frisch eröffneten die gut besuchte Jahreshauptversammlung im Lindnerbräu-Saal, ehe der Vorsitzende zum Totengedenken aufrief, stellvertretender Schriftführer Christian Meimer für den erkrankten Dr. Lorenz Emberger das Protokoll der Jahreshauptversammlung 2025 verlas und Vorsitzender Roland Heigl das ereignisreiche Jahr 2025 in Erinnerung rief. Am 16. Juni 1881 gegründet, sei die BJV-Kreisgruppe Bad Kötzting heuer 145 Jahre alt, so der Sprecher. Er regte an, die in die Jahre gekommene Vereinsfahne überarbeiten und einen passenden Fahnenschrank zur Aufbewahrung anfertigen zu lassen, denn nur wenige Kreisgruppen in Bayern verfügten überhaupt über eine Fahne, sagte Heigl.
Auf die jüngst beschlossenen Neuerungen im Jagdgesetz eingehend, wertete Heigl die Möglichkeit, auf Abschusspläne zu verzichten und mit der Jagd auf Rehböcke und Schmalrehe bereits am 16. April zu beginnen als Entscheidungsspielraum für die Jäger, keineswegs als Vorschrift, diese auch zu nutzen. Vielmehr sollte diese Möglichkeit auch in den Hegegemeinschaften abgestimmt werden. Vom hochinformativen Waldbegang mit Wolfgang Koller über die Pflichthegeschau, Sommerfest, Kurparkfestival, Beteiligung am Seeparkfest in Arrach und an den vier Wochenenden des Weihnachtsmarktes bis hin zu Maiandachten spannte Heigl den Bogen und stellte fest, die vielen freiwilligen Helfer seien „die stillen Helden“, die letztlich mit einer professionellen Leistung die gesellschaftliche Akzeptanz und den wirtschaftlichen Erfolg der BJV-Kreisgruppe Bad Kötzting sicherstellen.
Ein Fallenkurs mit Michael Eckl, die Schulung zur Entnahme von Trichinenproben durch Dr. Hugo Sigmund, die Blaser-Schießausbildung für zwei Schießobmänner, die Beteiligung an der Landesgartenschau in Furth im Wald, Kurse für Dressur- und Brauchbarkeitsprüfung mit Hundeobfrau Anna Kroner und die fundierte Ausbildung für Jungjäger erforderten viele Einsatzstunden. Für Aufregung sorgte auch der Jungwolf-Fund am Osser, für den er hoffe, „dass die Wahrheit ans Licht kommt“, so Heigl. Für 2026 sei neben den stark nachgefragten Wildkochkursen auch ein Kurs zur Zubereitung von Wild-Burgern geplant, ebenso ein Zerwirkkurs.
Die vielen Veranstaltungen des Jahres 2025 und die Jungjäger-Ausbildung sicherten dem Verein gute Einnahmen, sodass trotz etlicher Anschaffungen ein sattes Plus von Schatzmeister Heinrich Schweiger verzeichnet werden konnte. Ein Dank galt dem Landkreis, der die kompletten Kosten für die Konfiskat-Sammelstellen in Bad Kötzting und Rittsteig übernahm. Den Jagdkurs 2024/25 hätten sechs Teilnehmer mit erfolgreicher Prüfung abgeschlossen, berichtete Heinrich Schweiger als Ausbildungsleiter. Aktuell stünden18 Kursteilnehmer vor der schriftlichen Prüfung, die am 12. Mai läuft.
Schießobmann Philipp Schmid berichtete vom Hegering-Vergleichsschießen, bei dem die Hegegemeinschaft Lamer Winkel siegte und Christian Meimer bester Einzelschütze war. Schmid lud Jägerinnen und Jäger zum Büchsen-Anschießen am 18. April in Seugenhof ein. Nachdem Anna Kroner aus zeitlichen Gründen die Jagdhundeausbildung nicht weiterführen kann, bleibt nach den Worten des Vorsitzenden nur die Möglichkeit, heuer bei den Kreisgruppen Cham oder Viechtach Kurse für Dressur- und Brauchbarkeitsprüfung zu belegen. Er hoffe, dass sich geeignete Hundefachleute für eigene Kurse der Kreisgruppe wieder finden lassen und dankte Anna Kroner, deren Arbeit großen Beifall fand.
Hornmeister Rudi Frisch berichtete von 41 Einsätzen im vergangenen Jahr, unter anderem bei der Landesgartenschau, beim Landkreis-Bläsertreffen in Furth im Wald, bei vier Maiandachten und der Hubertusmesse in Altrandsberg. Heuer sind die Bläser zu einem international besetzten Treffen in Freyung eingeladen. Dabei wird die von Rudi Frisch komponierte „Woidjagamesse“ von den Bad Kötztingern gespielt.
Sehr umfangreich und informativ war der Bericht von Heinrich Moser, der dem Landesausschuss für Große Beutegreifer angehört und der mit dem Luchsmonitoring im Lamer Winkel einen riesigen Datenpool schuf, der künftig auch in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Umweltschutz gepflegt werden soll. Nachgewiesen sei dabei auch eine Wanderstrecke einzelner Luchse bis zu 150 Kilometern worden. Im Lamer Winkel seien von den im Abschussplan vorgegebenen 209 Rehen nur noch 130 erlegt worden, eine zweistellige Zahl von Revieren lag bei einem „Nullabschuss“. Bei Datenvergleichen mit dem LfU habe sich gezeigt, dass 15 seit 2024 von den Kameras der Jäger erfasste Jungluchse in den amtlichen Zahlen nicht auftauchten, sagte Moser, der auch bezweifelt, dass der am Osser tot aufgefundene Jungwolf aus Bayern oder Böhmen stammt, weil hier kein Wolfrudel mit Jungtieren existiere.
Schatzmeister Heinrich Schweiger erläuterte den Haushaltsplan für die aktuell 313 Mitglieder zählende Kreisgruppe Bad Kötzting. Unter anderem stehen jeder Hegegemeinschaft für Biotopschutzmaßnahmen 500 Euro zur Verfügung. Vorsitzender Roland Heigl erläuterte, dass beim Landesjägertag in Straubing auch über eine Beitragserhöhung abgestimmt werden soll. Statt der bisher 47 Euro sollen künftig 60 Euro an den Landesjagdverband abgeführt werden. Nach ausführlicher Erläuterung der Verbandsaufgaben zeigten sich die Mitglieder bereit, eine Anhebung des Jahresbeitrags von 60 auf 75 Euro zu akzeptieren.
