Landesjagdverband Bayern

Kreisgruppe
Bad Kötzting

Ein Kommentar zur Rettung unserer Jagdkultur

„Jagd ist weder Content-Lieferant für Lifestyle-Plattformen noch Spielball urbaner Ideologien: Während Influencer das Waidwerk zum Spektakel degradieren, versuchen fachfremde NGOs, uns die Kompetenz abzusprechen. Wir müssen uns entscheiden: Wollen wir Selbstdarsteller sein oder Sachwalter der Natur?“

Die Jagd in Deutschland steht am Scheideweg zwischen Substanz und Selbstaufgabe. Wir erleben die Zersetzung des Handwerks durch eine eitle mediale Selbstdarstellung im Inneren und eine systematische Entmündigung durch ideologisch verblendete Kreise von außen. Wer hier schweigt, macht sich mitschuldig am Ausverkauf unserer Identität.

In einer Ära des gesellschaftlichen Unverstandes ist eine fachlich fundierte Öffentlichkeitsarbeit unsere letzte Verteidigungslinie. Wir müssen den Bürgern mit unnachgiebiger Sachlichkeit erklären, warum die Jagd als Korrektiv für Wald, Feld, Artenschutz und Seuchenprävention unverzichtbar ist. Doch Aufklärung braucht Wahrheit, keinen Filter. Wenn Plattformen wie Hunt on Demand das Töten einer Kreatur zur cineastischen Trophäe stilisieren, verraten sie das Fundament unserer Ethik. Ein Schuss ist kein „Content“ für Abonnenten, und der Tod eines Tieres ist kein Rohmaterial für die Unterhaltungsindustrie. Wer das Waidwerk zum Spektakel herabwürdigt, handelt verantwortungslos und zerstört das Vertrauen, das uns die Gesellschaft als Sachwalter der Natur gewährt hat. Waidgerechtigkeit ist nicht verhandelbar – auch nicht für Klickzahlen.

Diese innere Entleerung macht uns wehrlos gegen die wachsende Schar grüner NGOs und ideologisch besetzter Akteure. Wir lassen nicht länger zu, dass jagdpolitische Grundsatzentscheidungen am grünen Tisch urbaner Eliten getroffen werden, die die Natur nur aus dem Lehrbuch kennen. Diese Kreise versuchen, die Jagd zum entbehrlichen Hobby zu diffamieren, während sie die harten Realitäten des ländlichen Raums geflissentlich ignorieren.

Wir halten mit der Autorität des Fachwissens dagegen: Jagd ist angewandter Naturschutz auf wissenschaftlicher Basis. Doch diese ideologische Bevormundung schlagen wir nur dann zurück, wenn wir unsere eigene Würde wahren. Wer sich auf „Geartester-Festivals“ zwischen DJ-Pulten und Konsumrausch profiliert, hat das Recht verwirkt, als seriöser Anwalt der Natur aufzutreten. Wir brauchen keine „Event-Jäger“, sondern fachliche Autoritäten, die gegen praxisferne Verbotsphantasien und ideologische Träumereien standhalten.

Unsere Antwort ist die Rückbesinnung auf das Unverzichtbare: Eine Jagd, die in der Stille ihre Pflicht erfüllt, die fachlich unanfechtbar bleibt und die Verantwortung gegenüber der Schöpfung über den schnellen, lauten Erfolg stellt. Das ist unsere Aufgabe. Das ist unser unumstößliches Bekenntnis zu unserer Heimat.

Die Jagd braucht keine digitale Verklärung und keine ideologische Erlaubnis. Was sie braucht, sind Jäger, die ihr Handwerk als Amt begreifen und ihre Ethik nicht am Garderobenhaken der sozialen Medien abgeben. Wer die Anerkennung der Gesellschaft sucht, wird sie nicht durch Klickzahlen oder technisches Wettrüsten gewinnen, sondern allein durch die unanfechtbare Redlichkeit seines Tuns.

Dabei darf man mich nicht missverstehen: Fortschritt ist kein Feind der Jagd. Eine moderne, effiziente Jagdausübung kommt heute kaum ohne die Errungenschaften der Technik aus. Sei es der Schalldämpfer zum Schutz des Gehörs oder die moderne Optik, die uns ein präziseres Ansprechen und damit ein sichereres Erlegen ermöglicht – Technik ist dort ein Segen, wo sie demTierschutz und der Professionalität dient.Doch Technik darf niemals zum Ersatz für jagdliches Können oder gar zur moralischen Krücke werden. Wir müssen sie mit Maß und Ziel einsetzen. Wenn das High-End-Equipment nicht mehr dazu dient, ein Stück sauberer zu erlegen, sondern nur noch dazu, die eigene Bequemlichkeit zu maximieren oder die Distanz zum Wild ethisch zu entkoppeln, dann haben wir den Pfad des Waidwerks verlassen. Das Werkzeug muss dem Handwerk dienen – nicht das Handwerk der Verherrlichung des Werkzeugs.“

Wir sind es der Geschichte unseres Handwerks und der Würde des Wildes in unserer Kulturlandschaft schuldig, das Waidwerk nicht zur Kulisse für Selbstdarsteller und zum Spielball für Ideologen verkommen zu lassen. Wahre Jagd findet dort statt, wo keine Kamera mitläuft undkein Algorithmus den Takt vorgibt. Kehren wir zurück zur Stille und zur fachlichen Unbeugsamkeit.

Es ist Zeit, die Jagd wieder als das zu leben, was sie im Kern ist: Ein stilles, souveränes Amt, dasseine Rechtfertigung nicht im Applaus der Massen sucht, sondern in der Lauterkeit des eigenen Tuns.