Erkenntnismitteilung zum Auffinden eines toten Jungwolfes am 26.10.2025 nahe Rittsteig
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Rahmen meines Amtes als Luchs- und Wolfskoordinator der BJV Kreisgruppe Bad Kötzting teile ich Ihnen nachfolgende Erkenntnisse zum aufgefundenen mutmaßlichen toten Jungwolf im Bereich Rittsteig mit:
Seit 2018 wird im Gebiet Rittsteig-Osser ein umfassendes Monitoring mittels Fotofallen durchgeführt. Dabei konnten einzelne Wölfe in unterschiedlichen Zeitabständen erfasst werden. Seit 2020 handelte es sich bei sämtlichen Erfassungen ausschließlich um ein erwachsenes Tier, das als männlich identifiziert werden konnte. Eine dokumentierte Fähe, Jungwölfe oder ein Rudel wurden bislang nicht nachgewiesen. Sämtliche Wolfsbilder wurden der Höheren Naturschutzbehörde in Regensburg übermittelt, welche die Weiterleitung an das Landesamt für Umwelt übernommen hat. Die zuständige Mitarbeiterin der Höheren Naturschutzbehörde hat alle Kamerastandorte vor Ort überprüft. Nach aktuellem Kenntnisstand befinden sich die nächsten Rudel mit Jungwölfen im Nationalpark Šumava.
Bezüglich der Spekulationen über eine Schussverletzung im Herzbereich (vgl. BR-Bericht) ist anzumerken, dass ein Wolf mit einer solchen Verletzung keine fünf Meter mehr zurücklegen könnte und daher vom Schützen sicher aufgefunden worden wäre. Da im Bereich der KG Bad Kötzting noch nie Jungtiere nachgewiesen wurden und das Tier auf einem Wanderweg aufgefunden wurde, ist davon auszugehen, dass der Wolf andernorts geschossen und anschließend gezielt bei uns abgelegt wurde, um ein öffentlichkeitswirksames Szenario zu erzeugen. In diesem Zusammenhang sei auf die in der Vergangenheit ebenfalls an Wanderwegen abgelegten Luchse hingewiesen.
Mit freundlichem Gruß
Heinrich Moser
Luchs- und Wolfskoordinator der BJV Kreisgruppe Bad Kötzting
Mitglied im Ausschuss „Große Beutegreifer“ des BJV
Mitglied im Landesjägerausschuss des BJV
