Jäger ernten Lob für vorbildlichen Einsatz
Bei der Pflichthegeschau wurde der langjährige Kreisjagdberater Rudi Freimut verabschiedet
Von Alois Dachs
BAD KÖTZTING. Nur mäßig besetzt war am Sonntag bei herrlichem Frühlingswetter der Postsaal bei der Pflichthegeschau der BJV-Kreisgruppe Bad Kötzting. In seiner Begrüßung zeigte sich Vorsitzender Roland Heigl zufrieden mit der am Vortag beim Landesjägertag in Straubing erfolgten Wahl von Hubert Stärker aus Augsburg zum neuen Präsidenten des Landesjagdverbands Bayern.
Roland Heigl verwies auf die von Michael Eckl neu gestalteten Ausstellungswände und dankte für die Arbeit mit einem Geschenk. Der Landesjägertag mit Teilnahme der zwei Minister Alois Rainer und Hubert Aiwanger habe gezeigt, dass die Jäger von der politischen Obrigkeit gut vertreten werden. Der Slogan „Jagd verbindet“ stehe für gegenseitiges Vertrauen zwischen Jagdgenossen und Jägern, sagte Roland Heigl. „Gegenseitige Wertschätzung ist und bleibt die Keimzelle und das Fundament“, so Heigl. Nachhaltige Biotopverbesserungen, sei es in der Anlage von Streuobstwiesen, Saatgut für Blumenwiesen und Blühstreifen oder den Zwischenfruchtanbau böten die Jäger. Investitionen in die nachhaltige Fangjagd erforderten erheblichen finanziellen Aufwand der Revierpächter und Jäger. Mit Dominik Berzl sei eine gute Nachbesetzung für den bisherigen Kreisjagdberater Rudi Freimuth gelungen, freute sich der Vorsitzende.
Für 7. Juni kündigte Heigl einen gemeinsamen Waldbegang bei Andreas Roßbauer in Hinteröd an. Dem scheidenden Landrat Franz Löffler dankte der Vorsitzende für die nachhaltige Unterstützung der Jagd, ebenso für die Kostenübernahme der Konfiskat-Sammelstellen und die finanzielle Beteiligung beim Wildlandmobil, das ein gutes Werkzeug zur Umwelterziehung für Kinder darstelle.
Bei Waldumbau helfen
Forstdirektorin Annette Scholz rief die Jägerinnen und Jäger auf, den Waldumbau durch entsprechende Bejagung zu unterstützen. Nach der Änderung des Jagdgesetzes seien in Zukunft für alle Jagden revierweise Aussagen nötig. Ebenso riet Scholz, gemeinsame Waldbegänge zu organisieren, bei denen auch Probleme gelöst würden.
Als Referent für die Großen Beutegreifer stellte Heinrich Moser die jüngsten Entwicklungen bei Luchs und Wolf vor. Moser bat die Jäger, ihm Fotos und Kurzfilme aus ihren Wildkameras zu schicken, denn nur mit gutem Datenmaterial habe das von ihm geführte Monitoring Erfolg.
Bad Kötztings 3. Bürgermeister Franz Gregori bewertete die Leistungen der Jäger als wichtige Aufgabe für die Gesellschaft. Dazu gehöre auch, Kinder mit der Natur vertraut zu machen. Stellvertretender Landrat Markus Müller verabschiedete in einer seiner letzten Amtshandlungen den bisherigen Kreisjagdberater Rudi Freimuth mit einer Dankurkunde und persönlicher Anerkennung für seine 15-jährige Tätigkeit für die Lösung von Jagdfragen.
Ohne Abschussplan
Als Vertreter der Unteren Jagdbehörde beim Landratsamt Cham ging Ronald Burger auf die Änderungen im bayerischen Jagdgesetz ein. Die Möglichkeit, auf einen Abschussplan für Rehwild zu verzichten, solle die Eigenverantwortung der Jagdgenossenschaften stärken. Weiterhin nötig sei die Führung der Streckenlisten. Mit 1200 erlegten Wildschweinen im Landkreis sei viel erreicht worden. Ebenso gelte es im Sinne des Waldumbaus, Naturverjüngungsflächen oder Pflanzungen verstärkt zu bejagen.
Burger riet auch zur Vorsicht, wenn große Fotovoltaik-Freiflächenanlagen geplant würden. Die Jäger sollten darauf bestehen, dass zumindest Rehe in die gezäunten Flächen kommen können. Bei Fraß- und Kotproblemen durch Grau- und Kanadagänse könnten auf Antrag die Schonzeiten geändert werden, ebenso bei großen Taubenschwärmen zur Getreidesaat.
Zum Abschluss dankte Vorsitzender Roland Heigl dem Jagdberater Rudi Freimuth für seine 15 Jahre währenden Einsatz, ebenso für zehn Jahre Ausbildungsarbeit bei den Jungjägerkursen. Mit zwei schneidigen Musikstücken brachten auch die Bläser den Dank zum Ausdruck.
