Miteinander hilft Wald, Wild und Jagd
Harmonische Hegeschau zeugte von Einigkeit zwischen Waldbesitzern und Jägern
Bad Kötzting. (ad) Miteinander am Aufwuchs eines klimaresistenten Mischwaldes arbeiten, in dem auch ein gesunder Wildbestand einen Lebensraum hat, das ist erklärtes Ziel von Waldbesitzern, Jägern und Förstern, wie sie bei der Pflichthegeschau am Sonntag im Postsaal bestätigten. Stellvertretender Landrat Markus Müller lobte den Einsatz der Jäger, die mit hohem Arbeits- und Geldaufwand ihren Beitrag als „Anwälte der Natur“ leisten würden. Das forstliche Gutachten, Basis der Abschussplanung für die Jahre 2025 bis 2028, zeigt nach Aussage von AELF-Vertreter Bernhard Ostermayr, dass in „roten Revieren“ noch Verbesserungsbedarf besteht.
Nach der musikalischen Begrüßung durch die Parforcehorn-Bläser berichtete Vorsitzender Roland Heigl im Beisein zahlreicher Ehrengäste von der BJV-Landesversammlung in Bad Aibling, bei der auch Jagdminister Hubert Aiwanger in einem umfangreichen Referat seine Vorstellungen von der Jagd der Zukunft vortrug. Heigl rief dazu auf, Waldbegänge zu nutzen, um als Jäger ständig mit den Waldbesitzern in Kontakt zu bleiben. Die Jäger leisteten auch wichtige Naturschutzarbeit, wie die seit Jahrzehnten erfolgreiche Entwicklung des Auerwildbestandes zeige. Ihnen sei es auch zu verdanken, dass durch konsequente Schwarzwildbejagung die drohende Afrikanische Schweinepest bisher nicht im Landkreis angekommen ist. Um Informationen über optimalen Waldbau zu erhalten, sei demnächst wieder ein Waldbegang bei Wolfgang Koller in Rathgeb geplant.
Luchs- und Wolfkoordinator Heinrich Moser bedauerte, dass im Monitoring der staatlichen Stellen nach wie vor unrichtige Zahlen über den Luchsbestand vorliegen, weil die im Lamer Winkel von den Jägern gewonnenen Daten nicht berücksichtigt werden. Wenn es zu Unfällen mit Luchsen kommt, sollten die Jagdpächter einen verletzten Luchs nur auf Anweisung eines Amtstierarztes oder der Unteren Naturschutzbehörde erlösen. Ein toter Luchs bleibe Eigentum des Jagdpächters, könne aber freiwillig im Auftrag des Landesamtes für Umwelt untersucht werden, möglichst im Beisein des Jagdpächters, riet Moser. In einzelnen Revieren seien auch Goldschakale aufgetaucht, ebenso sei ein einzelner Wolf im Grenzgebiet unterwegs. 3. Bürgermeister Franz Gregori lobte in seinem Grußwort den Einsatz der Jäger, die bei der Kitzrettung mit Drohnen, bei vielen Naturschutzaufgaben, aber auch als Partner der Waldbesitzer durch Anpassung der Wildbestände viel für Mensch und Tier leisten. „Es geht um ein gemeinsames Ziel beim Waldumbau“, sagte stellvertretender Landrat Markus Müller. Er riet dazu, regelmäßig Waldbegänge zu unternehmen, dabei, und auch beim Waldumbau die Beratung der Revierförster in Anspruch zu nehmen. Trotz der Konkurrenz durch „vierbeinige Jäger“ sei es wichtig, dass die Waidleute ihre Aufgabe erfüllen und für einen angepassten Wildbestand sorgen. „Jagd ist mehr als nur ein Hobby“, so Müller.
Robert Schinabeck von der Unteren Jagdbehörde zeigte sich erfreut, dass die Zahl der Waldbegänge deutlich zugenommen habe, die auch das Vertrauen zwischen Jäger und Waldbesitzern förderten. Blühflächen und Zwischenfruchtanbau könnten einen Beitrag zur Verminderung des Verbisses im Wald leisten. In fünf von acht Hegegemeinschaften der Kreisgruppe gelte der Verbiss momentan als tragbar, in drei sei er noch zu hoch. Die früher öfter beantragte Verkürzung der Schonzeit für Rehe und Rothirsche sei aktuell kaum mehr umsetzbar, informierte Schinabeck, der hervorhob, dass die Hälfte des Schwarzwildabschusses im Bereich dieser Kreisgruppe erfolge. Dadurch nähmen auch die Wildschäden deutlich ab, und der Landkreis unterstütze die Jäger, indem die Kosten für die Konfiskat-Sammelstellen übernommen würden. Probleme würden weiterhin Wildgänse und Fischotter bereiten, sagte Schinabeck und verwies auf Förderprogramme des Bundes zur Anschaffung von Drohnen mit Wärmebildkameras. Sehr wichtig sei auch, dass Wildschutzzäune abgebaut werden, wenn die Bäume entsprechend groß sind.
Bernhard Ostermayr, stellvertretender Leiter der Abteilung Forst beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, verwies auf das Forstliche Gutachten, für das 650 Aufnahmepunkte überprüft wurden. In einigen Revieren sei der Waldumbau auch wegen Kalamitäten in der Vergangenheit besonders wichtig. Das gemeinsame Ziel von Waldbesitzern und Jägern sei die Begründung von Mischwäldern, die ohne Zaun aufwachsen sollen.
Jagdziele nur knapp verfehlt
Ein Gesamtsoll von 5 478 Stück Rehwild sollte in den acht Hegegemeinschaften der BJV-Kreisgruppe Bad Kötzting in den vergangenen drei Jahren laut Abschussplan erfüllt werden, informierte Kreisjagdberater Rudi Freimuth bei der Hegeschau am Sonntag im Postsaal. Mit 5124 Stück Rehwild wurden 93,54 Prozent des Abschusses getätigt, wobei in einzelnen Revieren vor allem weibliche Rehe häufig den Unfalltod auf der Straße starben. Insgesamt 691 Rehe kamen „unter die Räder“. Vor allem im Lamer und Hohenbogenwinkel wurde die Abschussquote nicht erreicht, weil auch „vierbeinige Jäger“ ihren Anteil am Rehbestand holten. Der Kreisjagdberater nannte die bestehenden Abschusspläne ein wichtiges Instrument, um eine „Richtschnur“ für den Rehwildabschuss zu haben, der auch mit den Forderungen des forstlichen Gutachtens in Einklang zu bringen sei. Er sprach sich deshalb gegen entsprechende Pläne von Jagdminister Hubert Aiwanger aus, der die Abschusspläne abschaffen möchte. 451 Stück Schwarzwild – wobei die einjährigen Stücke am häufigsten zur Beute von Jägern wurden – seien Beweis, dass die Saujagd, auch im Hinblick auf die drohende Afrikanische Schweinepest, funktioniert, so Rudi Freimuth. 40 Stück Rotwild (darunter einige kapitale Geweihträger), 95 Stück Damwild und drei Stück Sikawild wurden außerdem erlegt. Eine neue Herausforderung sind vor allem im Umfeld des Drachensees die gehäuft auftretenden Graugänse, von denen 75 erlegt wurden. Rudi Freimuth regte an, weiterhin Blühflächen in den Revieren anzulegen und in deren Nähe auch Ruhezonen für das Wild einzurichten. Bei den Bequerel-Messstellen wurden in Bad Kötzting 142 Sauen untersucht, von denen 79 zu hohe Cäsiumwerte (über 500 Becquerel) aufwiesen, während in Rittsteig von 77 Proben 36 radioaktiv belastet waren. Eine Jury bewertete am Samstag die besten Rehkronen, die am Sonntag ausgestellt waren. Vier Goldplaketten erhielten: Hugo Sigmund, Revier Gaishof; Stefan Meier, Revier Wolfersdorf; Christian Meimer, Revier Gehstorf; Josef Laumer, Revier Altrandsberg. Mit acht Silberplaketten wurden ausgezeichnet: Michael Kolbeck, Revier Jägershof; Matthias Hornig, Revier Neukirchen b. Hl. Blut; Josef Daschner, Revier Harrling; Alois Pritzl, Revier Stachesried; Günther Früchtl, Revier Weißenregen; Karl-Heinz Weindl, Revier Harrling; Ferdinand Simeth, Revier Neukirchen b. Hl. Blut; Uwe Scholz, Revier Sackenried. Zwölf Bronzeplaketten gingen an: Alois Pritzl, Revier Stachesried (121,85 und 121,02 Punkte), Josef Fischer, Revier Gaishof; Uwe Scholz, Revier Sackenried; Josef Haas, Revier Höhenried-Anzenberg; Florentine von Imhoff, Revier Stachesried; Walter Graßl, Revier Miltach; Willi Maurer, Revier Kleinaign; Alois Pritzl, Revier Stachesried (109,20 und 105,84 Punkte), Josef Schmid, Revier Eschlkam; Markus Kollmer, Oberndorf. -ad-
Jagdziele nur knapp verfehlt
Ein Gesamtsoll von 5 478 Stück Rehwild sollte in den acht Hegegemeinschaften der BJV-Kreisgruppe Bad Kötzting in den vergangenen drei Jahren laut Abschussplan erfüllt werden, informierte Kreisjagdberater Rudi Freimuth bei der Hegeschau am Sonntag im Postsaal. Mit 5124 Stück Rehwild wurden 93,54 Prozent des Abschusses getätigt, wobei in einzelnen Revieren vor allem weibliche Rehe häufig den Unfalltod auf der Straße starben. Insgesamt 691 Rehe kamen „unter die Räder“. Vor allem im Lamer und Hohenbogenwinkel wurde die Abschussquote nicht erreicht, weil auch „vierbeinige Jäger“ ihren Anteil am Rehbestand holten.
Der Kreisjagdberater nannte die bestehenden Abschusspläne ein wichtiges Instrument, um eine „Richtschnur“ für den Rehwildabschuss zu haben, der auch mit den Forderungen des forstlichen Gutachtens in Einklang zu bringen sei. Er sprach sich deshalb gegen entsprechende Pläne von Jagdminister Hubert Aiwanger aus, der die Abschusspläne abschaffen möchte. 451 Stück Schwarzwild – wobei die einjährigen Stücke am häufigsten zur Beute von Jägern wurden – seien Beweis, dass die Saujagd, auch im Hinblick auf die drohende Afrikanische Schweinepest, funktioniert, so Rudi Freimuth. 40 Stück Rotwild (darunter einige kapitale Geweihträger), 95 Stück Damwild und drei Stück Sikawild wurden außerdem erlegt. Eine neue Herausforderung sind vor allem im Umfeld des Drachensees die gehäuft auftretenden Graugänse, von denen 75 erlegt wurden. Rudi Freimuth regte an, weiterhin Blühflächen in den Revieren anzulegen und in deren Nähe auch Ruhezonen für das Wild einzurichten. Bei den Bequerel-Messstellen wurden in Bad Kötzting 142 Sauen untersucht, von denen 79 zu hohe Cäsiumwerte (über 500 Becquerel) aufwiesen, während in Rittsteig von 77 Proben 36 radioaktiv belastet waren. Eine Jury bewertete am Samstag die besten Rehkronen, die am Sonntag ausgestellt waren. Vier Goldplaketten erhielten: Hugo Sigmund, Revier Gaishof; Stefan Meier, Revier Wolfersdorf; Christian Meimer, Revier Gehstorf; Josef Laumer, Revier Altrandsberg. Mit acht Silberplaketten wurden ausgezeichnet: Michael Kolbeck, Revier Jägershof; Matthias Hornig, Revier Neukirchen b. Hl. Blut; Josef Daschner, Revier Harrling; Alois Pritzl, Revier Stachesried; Günther Früchtl, Revier Weißenregen; Karl-Heinz Weindl, Revier Harrling; Ferdinand Simeth, Revier Neukirchen b. Hl. Blut; Uwe Scholz, Revier Sackenried. Zwölf Bronzeplaketten gingen an: Alois Pritzl, Revier Stachesried (121,85 und 121,02 Punkte), Josef Fischer, Revier Gaishof; Uwe Scholz, Revier Sackenried; Josef Haas, Revier Höhenried-Anzenberg; Florentine von Imhoff, Revier Stachesried; Walter Graßl, Revier Miltach; Willi Maurer, Revier Kleinaign; Alois Pritzl, Revier Stachesried (109,20 und 105,84 Punkte), Josef Schmid, Revier Eschlkam; Markus Kollmer, Oberndorf. -ad-
